Hildesheimer Buchmalerei - Werkstattgespräch über die Herstellung von Handschriften im 13. Jahrhundert
Die niedersächsische Buchmalerei des 13. Jahrhunderts ist das Thema eines Werkstattgesprächs mit Monika Müller. Sie referiert am Donnerstag, 19. Januar 2012, um 14:15 Uhr im Seminarraum des Zeughauses über "Hildesheimer Buchmalerei des 13. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Zentrum und Peripherie".
Die
Hildesheimer Buchmalerei aus der Zeit Bischof Bernwards
(um 960-1022) und Prachthandschriften des 12. Jahrhunderts
aus dem Michaeliskloster wie das Stammheimer Missale sind
wohlbekannt. Für das 13. Jahrhundert ist hingegen nur
die Entstehung einer einzigen kostbar illuminierten liturgischen
Handschrift im Skriptorium dieser Benediktinerabtei gesichert
- das sogenannte Hildesheimer Kalendarium. Darüber
hinaus wird die Ausführung zahlreicher kostbarer Psalterien
in Hildesheim vermutet, wie der Donaueschinger Psalter und
der Mechthildpsalter. Diese verraten die Aufnahme neuer
künstlerischer Strömungen und fremder Einflüsse,
ihre genaue Entstehung ist jedoch weitgehend ungeklärt.
Wie ist die Herstellung solcher Handschriften vorzustellen? Wurden sie tatsächlich im Hildesheimer Michaeliskloster ausgeführt? Am Beispiel ausgewählter Psalterhandschriften und des Wolfenbütteler Musterbuchs soll diesen Fragen nachgegangen und die große Ausstrahlung der Hildesheimer Kunstproduktion auf andere kulturelle Zentren des 13. Jahrhunderts im niedersächsischen Raum aufgezeigt werden.
Dr. Monika Müller studierte in Tübingen und Urbino Kunstgeschichte und lateinische und italienische Philologie. 2005 promovierte sie mit einer Arbeit über eine Benediktinerkirche am Comer See und ist seit 2008 in der Herzog August Bibliothek tätig.
Gäste sind herzlich willkommen, Eintritt frei
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de
Bild: Miniatur aus dem sogenannten Goldenen Hildesheimer
Kalendarium, um 1250 (HAB)



