Die Bibliotheca Augusta, wie die Büchersammlung Herzog Augusts des Jüngeren (1579–1666) schon zeitgenössisch genannt wurde, besteht heute aus rund 100.000 gedruckten Werken des 15.–17. Jahrhunderts, die in etwa 30.000 Buchbinderbänden überliefert sind. Die alte Ordnung und das Signaturensystem, das August entwickelt hatte, wurden beibehalten. Die Sammlung umfasst ein universal angelegtes Spektrum der Wissensgebiete und Schriftengattungen. Auf Grund von umfangreichen antiquarischen Ankäufen bildet sie auch die Buchproduktion des 15. und 16. Jahrhunderts ab. Die Sammlung gliedert sich in 20 Sachgruppen, die stärksten unter ihnen sind Theologie, Geschichte und Recht sowie die große Gruppe der Quodlibetica.

Die sogenannten Helmstedter umfassen die 1912/13 nach Wolfenbüttel überführten Bestände der ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, ausschließlich Werke, die vor 1810 erschienen sind. Der Bestand umfasst den größten Teil der 1810 aufgehobenen Universitätsbibliothek. Ein anderer Teil kam schon im 19. Jahrhundert in die Mittlere Aufstellung, ein weiterer Teil befindet sich noch heute im Juleum Helmstedt, kleinere Teile gelangten 1810 nach Marburg und Göttingen. Der heutige Helmstedter Bestand umfasst ca. 58.000 Titel in 19.370 Buchbinderbänden. Die Aufstellung erfolgte nach der alten Systematik in 18 Sachgruppen mit vielen Untergruppen. Drei weitere Abteilungen für Restbestände wurden später in Wolfenbüttel eingerichtet.

Die Mittlere Aufstellung, im 19. Jahrhundert als systematische Gruppierung aller nicht-augusteischen Bestände angelegt, umfasst Drucke vom 15. Jahrhundert bis 1949. Der Bestand vereinigt die ursprünglich für sich aufgestellten Fürst*innenbibliotheken des 17. und 18. Jahrhunderts, Gelehrtenbibliotheken des 18. und 19. Jahrhunderts, die laufenden Erwerbungen von 1705–1949 sowie die im 19. Jahrhundert eingeordneten Teile der Helmstedter Bibliothek. Die Bestände der Mittleren Aufstellung stehen in einer eigenen Sachordnung mit 22 Hauptgruppen, die weiter in Untergruppen aufgeteilt sind.

Im Rahmen der AG Sammlung Deutscher Drucke hat die Herzog August Bibliothek seit 1990 die Aufgaben einer Nationalbibliothek für das 17. Jahrhundert übernommen. Ihr Auftrag ist es, langfristig die in Deutschland erschienene Literatur sowie alle in deutscher Sprache gedruckten Werke aus diesem Zeitraum in der Bibliothek bereitzustellen. Zu diesem Zweck baut die Arbeitsstelle durch antiquarische Nachkäufe den vorhandenen Altbestand systematisch aus. Bislang konnten rund 20.000 Originale (Bücher, Einblattdrucke) nahezu aller Disziplinen und zeittypischen Schriftengattungen erworben werden. Vorrangig gekauft werden bibliographisch bislang unbekannt gebliebene Werke, Schriften, die in keiner deutschen Bibliothek nachgewiesen werden können, Werke der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und Dichter des Barock sowie die typischen Schriftengattungen der Epoche, z. B. Emblembücher und Einblattdrucke. Neuerwerbungen stehen im Signaturensystem unter den Buchstaben W und X.

Eine Übersicht der letzten Neuerwerbungen im Rahmen der AG Sammlung Deutscher Drucke mit Signatur gibt es im Downloadbereich.