Im Mittelpunkt des Projektes steht die Einrichtung eines neuen Sammlungsschwerpunktes in der Herzog August Bibliothek: Die veränderte Perspektive in der Kulturtransferforschung führt zu einer Vielzahl neuer theoretischer Zugänge, Forschungsaufrisse, Fallstudien und Überblicksdarstellungen, die bisher entlang der klassischen Fachgrenzen nur unzureichend im Erwerbungsprofil der Bibliotheken berücksichtigt werden konnten. Im Zuge des Projektes soll die Fülle der internationalen Forschungsliteratur im Bereich Kulturtransfer und kulturelle Verflechtung umfassend und systematisch erworben werden. Begleitend sollen durch antiquarische Erwerbungen auch die reichhaltigen einschlägigen Altbestände der Herzog August Bibliothek ausgebaut werden.

Als Nachweisinstrument entsteht ein Fachportal, das neben Informationen und einer Linkliste auch einen Teil-OPAC der im Projekt erworbenen und im Bestand ermittelten Forschungsliteratur und definierter Quellengruppen zum Kulturtransfer enthält. Die systematische Recherche in diesen Beständen wird durch eine differenzierte Erschließung der Werke unterstützt.

Hier geht es zum Webportal.

Das Projekt versteht sich als innovative Erforschung frühneuzeitlicher materieller und medikaler Kultur an einem Fürstenhof und in seinem Umfeld. Die Substanzen werden bestimmt und historisch erläutert, um Aufschlüsse über Medikamentenkonsum und Selbstmedikation am Hof zu erhalten. Einige signifikante Beispiele für die Verwendung von Substanzen, welche aus der Hofapotheke stammen, vertiefen den Einblick in die dreifache Funktion der Apotheke als Lieferant von Heilmitteln, „Luxusgütern” und Materialien für naturwissenschaftliche Experimente.

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer Monographie zur medikalen Kultur am Wolfenbütteler Hof im 17. Jahrhundert. In einem zusammenfassenden ersten Teil sollen die Funktionen einer frühneuzeitlichen Apotheke konkret beschrieben werden. In einem zweiten Teil werden repräsentative Beispiele für die Beziehungen zwischen Apotheker, Arzt und Fürst gegeben und kommentiert. Es soll dargestellt werden, inwieweit die Apotheke nicht nur Lieferant für Arznei war, sondern auch für Substanzen, die das höfische Leben oder naturwissenschaftliche Experimente erforderten. Die anhand der Apothekenrechnungen erarbeiteten Datenbanken (1. Lieferungen aus der Hofapotheke und 2. Glossar verwendeter Präparate und Substanzen) werden von der Herzog August Bibliothek im Internet zugänglich gemacht.

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektbeteiligte: Gabriele Wacker (Bearbeiterin)