01.-02. März 2021: Der erste Online-Workshop im neuen Forschungsschwerpunkt „Religion & Emotion“

Ein Ausgangspunkt des Online-Workshops mit dem Titel „Materielle Praktiken im christlichen, jüdischen und muslimischen Europa der Frühen Neuzeit“ war die zunehmende Gewichtung der Materialität (material turn) im Feld der Erforschung von Religion. Einen weiteren Anlass zur Diskussion gaben die in der Anthropologie entwickelten Herangehensweisen, nach denen religiöse Emotionen durch materielle Praktiken entstehen und vermittelt durch diese in den Menschen gelangen. Die Wissenschaftler*innen aus den Disziplinen Geschichte, Kunstgeschichte, Ethnologie und Religionswissenschaft thematisierten zwei Tage lang die Weiterführung der Re-Materialisierung der religiösen Kulturen des frühneuzeitlichen Europas, die Frage nach dem Sinn einer vergleichenden Perspektive für die Genese von Emotionen im Christentum, Judentum und Islam sowie die möglichen Methoden und Ansätze für das Forschungsfeld.

Am ersten Tag des Workshops sprachen die Teilnehmenden nach einem Vortrag von Xenia von Tippelskirch mit dem Titel „Geistliche Dürre: Leiden unter Gottverlassenheit (Frankreich, 17.-18. Jahrhundert)“ über die Suche der behandelnden Ärzte des frühen 20. Jahrhunderts in Handbüchern aus der Feder von Priestern des 17. Jahrhunderts nach Erklärungen für religiös motivierte körperliche Zustände. Darüber hinaus zeichnete Anne Mariss in ihrem Vortrag die religiösen Objekte als Multisensorien. Sie machte deutlich, dass Betrachten, Riechen und Fühlen eines Rosenkranzes zusammen mit dem Beten religiöse Emotion erzeugt und eine Verbindung zum Transzendenten herstellt.

Den zweiten Tag des Workshops eröffnete der Vortrag von Cornelia Aust zum Thema “Den weiblichen jüdischen Körper bedecken: Emotionen in Kleidungspraktiken und
deren Regulierung”. Die Vortragende betonte, dass die Praktiken und Diskurse bei Kleiderregulierungen im Judentum eng verbunden waren.  Anschließend thematisierten die Teilnehmenden  gemeinsam mit Christine Göttler die religiöse Selbstvergewisserung von Neuchristen (Konversion vom Judentum zum Katholizismus) und stellten fest, dass diese immer mit materiellen Praktiken verknüpft war. Der Vortrag von Sara Kuehn “Extreme Ritual Actions: Pain and Religious Emotions in Rifaʿi Zikr Rituals (Remembrance of God) in Ottoman Turkey” brachte die Erkenntnis, dass südosteuropäische islamische mystische Praktiken stets religiöse Emotionen durch ritualisierten Schmerz erzeugten. Abschließend rundete der Vortrag von Peter J. Bräunlein “Religionen und Emotionen in musealen Räumen. Anmerkungen zu einer problematischen Beziehung” den Workshop mit der Feststellung ab, dass die Andachtsstätte Kunstmuseum auf das 19. Jahrhundert zurückgeht.

Das Fazit aller Teilnehmenden nach zwei anregenden Diskussionstagen fällt positiv aus: Materielle Praktiken und religiöse Emotion, daran wollen wir weiterarbeiten!

Weitere Informationen zum Forschungsschwerpunkt finden Sie hier.

 

17.12.2020: Lesesaal in der Bibliotheca Augusta schließt

Im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus SARS-CoV2  schränkt die Herzog August Bibliothek die Nutzungsmöglichkeiten für Besucher*innen vom 18. Dezember 2020 bis zunächst zum 07. März 2021 ein. Mehr…

 

04.11.2020: Die Bibliothek bleibt geöffnet – das Lessinghaus schließt

Aufgrund der Regelungen der Niedersächsischen Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus SARS-CoV-2 muss das Museum im Lessinghaus ab sofort bis zum 30. November 2020 geschlossen bleiben. Mehr…

 

20.10.2020: Jahresbericht der HAB 2019

In unserem Jahresbericht mit dem Titel Forschung, Bibliothek, Kultur präsentieren wir neben den üblichen Zahlen, Daten und Fakten auch die besonderen Ereignisse des Jahres 2019. Mehr…

 

15.10.2020: Freihandbestände und Lesesaal im Zeughaus wieder zugänglich

Die Bibliothek macht im Rahmen der teilweisen Wiedereröffnung die Freihandbestände im Zeughaus und in der Bibliotheca Augusta sowie den Lesesaal im Zeughaus seit Montag, 3. August 2020 wieder nutzbar. Die neuen Öffnungszeiten sind: Zeughaus: Mo.-Fr. 10–16 Uhr, Donnerstag 10–18 Uhr. Bibliotheca Augusta: Mo.–Fr. 10–16 Uhr.

Neben den Freihandbereichen und den Lesesälen sind die Leihstelle, die Kassentresen, Arbeitsplätze, Kopierer, ein Scanner und ein Recherche-PC für die öffentliche Nutzung wieder freigegeben.

Für die Nutzung der Lesesäle ist eine Anmeldung drei Tage vor der gewünschten Benutzung über auskunft@hab.de notwendig. Im Zeughaus sowie in der Bibliotheca Augusta werden die Kontaktdaten der Nutzer*innen dokumentiert. Die Cafeteria im Zeughaus muss für die Öffentlichkeit noch geschlossen bleiben.

Der gesundheitliche Schutz der Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen im Rahmen der Eingrenzung des Corona-Virus hat höchste Priorität bei der Wiedereröffnung. Während des Aufenthalts in den Räumen sind das Tragen eigener Mund-Nase-Masken und die Einhaltung von Abstandsregeln erforderlich. Beim Arbeiten im Sitzen an Tischen im Freihandbestand und im Lesesaal dürfen die Masken abgenommen werden, wenn mindestens 1,5 m Abstand zu weiteren Personen im Raum eingehalten werden können. Die gleichzeitige Personenzahl im Zeughaus muss auf 40 Personen beschränkt werden.

 

01.10.2020: Informationen zur Öffnung

Die musealen Räume der Bibliotheca Augusta sind bis auf Weiteres wegen Baumaßnahmen geschlossen. Das Lessinghaus bleibt vom 2. bis 30. November ebenfalls geschlossen.

Die HAB macht mit der Öffnung eines Lesesaals Nutzer*innen die Arbeit mit Handschriften und Alten Drucken aus dem Bestand wieder möglich. Die Zahl der Nutzer*innen vor Ort muss dabei eingeschränkt werden, so dass eine Anmeldung mindestens drei Tage vor dem Besuch notwendig ist.

Anfragen für eine Lesesaal-Nutzung unter Angabe von Name des Anfragenden und Kurztitel/Signatur der bestellten Stücke sowie optional einem Terminwunsch müssen mindestens drei Öffnungstage im Voraus per E-Mail an auskunft@hab.de erfolgen. Wie bei allen Maßnahmen zur Eingrenzung des Corona-Virus hat der gesundheitliche Schutz der Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen auch bei der vorsichtigen Wiedereröffnung des Augusta-Lesesaals höchste Priorität. Die Einhaltung von Abstandsregeln und das Tragen von eigenen Mund-Nase-Masken ist während des gesamten Aufenthalts in der Bibliothek erforderlich.

Die Fernleihe ist wieder weitestgehend möglich, weitergehende Informationen finden Sie hier. Am Tresen im Erdgeschoss des Zeughauses sind die Abholung bestellter Bücher, Fernleihe und Rückgabe von Medien, sowie der Verkauf von Print-Medien möglich. Moderne Magazinbestände (Erscheinungsjahr ab 1920) können wie gewohnt über den Online-Katalog zur Ausleihe bestellt werden. Das Tragen einer eigenen sogenannten Alltagsmaske, ist für alle obligatorisch. Die HAB kann Nutzer*innen leider keine Masken zur Verfügung stellen.

Hier finden Sie eine Linksammlung  mit digitalen Alternativen zum Bibliotheksbesuch.

 

25.08.2020: Spektakulärer Neuerwerb: Das “Große Stammbuch” Philipp Hainhofers

Die Herzog August Bibliothek konnte in diesem Jahr mit dem “Großen Stammbuch” des Augsburger Kunsthändlers und Politagenten Philipp Hainhofer (1578–1647) ein herausragendes Dokument zur Stammbuchkultur der frühen Neuzeit erwerben. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe und die Geschichte des reich illustrierten Album Amicorum. Mehr…

 

Sponsoringleistungen, Spenden, Schenkungen und Werbungen

Die Niedersächsische Landesregierung hat am 01.04.2014 Änderungen der Richtlinie zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung in der Landesverwaltung beschlossen. Danach sind die angenommenen Sponsoringleistungen, Spenden, Schenkungen und Werbungen mit einem Wert ab 1.000 € im Einzelfall zeitnah zu veröffentlichen. Die angenommenen Leistungen der HAB können Sie für das Jahr 2020 und 2021 einsehen.