{"id":21654,"date":"2023-02-14T13:50:18","date_gmt":"2023-02-14T12:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hab.de\/?p=21654"},"modified":"2023-06-19T13:15:24","modified_gmt":"2023-06-19T11:15:24","slug":"ns-raubgut-hab-restituiert-historischen-druck-an-die-grosse-national-mutterloge-zu-den-drei-weltkugeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hab.de\/en\/ns-raubgut-hab-restituiert-historischen-druck-an-die-grosse-national-mutterloge-zu-den-drei-weltkugeln\/","title":{"rendered":"NS-Raubgut: HAB restituiert historischen Druck an die Gro\u00dfe National-Mutterloge \u201eZu den drei Weltkugeln\u201c"},"content":{"rendered":"<section class=\"fw-main-row \"  >\n\t<div class=\"fw-container\">\n\t\t<div class=\"fw-row\">\n\t<div class=\"fw-col-xs-12\">\n\t<p class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">Im Rahmen der retrospektiven Erg\u00e4nzung der historischen Sammlungen erwarb die HAB das St\u00fcck im Jahr 2000 in einem Antiquariat. Die Provenienz, also die Herkunfts- und Besitzgeschichte, wurde in dem Forschungsprojekt \u201eNS-Raubgut unter den antiquarischen Erwerbungen der Herzog August Bibliothek seit 1969\u201c aufgearbeitet. Vertreter der Gro\u00dfen National-Mutterloge \u201eZu den drei Weltkugeln\u201c haben entschieden, den Band als Depositum in der HAB zu belassen, um ihn f\u00fcr die wissenschaftliche Benutzung vor Ort zug\u00e4nglich zu halten. Ebenfalls Teil der Vereinbarung ist die Digitalisierung des Druckes.<\/p><h3 class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">Restitution an die Gro\u00dfe National-Mutterloge \u201eZu den drei Weltkugeln\u201c<\/h3><p class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">Schon bei der ersten Erschlie\u00dfung des Bandes f\u00fcr den Bibliothekskatalog wurde neben dem Exlibris, einem bedruckten Besitzetikett, des Aufkl\u00e4rers Friedrich Nicolai (1733\u20131811) ein deutlich lesbarer Stempel auf dem Titelblatt bemerkt, der das St\u00fcck als Eigentum der Gro\u00dfen National-Mutterloge ausweist. Dieser Verdacht wurde im 2020 begonnen NS-Raubgut-Projekt aufgegriffen. Nach ersten Recherchen zur Geschichte der Loge stellte sich heraus, dass der Band tats\u00e4chlich als NS-Raubgut einzustufen ist. Die Freimaurer-Gro\u00dfloge als ehemalige Besitzerin des Bandes wurde w\u00e4hrend der NS-Zeit verboten. Ihr gesamter Besitz wurde durch die nationalsozialistischen Machthaber eingezogen, darunter auch der in der HAB identifizierte Band. Mit den Vertretern der Gro\u00dfloge wurde eine gemeinsame L\u00f6sung erarbeitet, die dem historischen Entzugskontext ebenso wie der Bedeutung des Bandes f\u00fcr die Sammlung der HAB Rechnung tr\u00e4gt. F\u00fcr die konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit ist die HAB der Gro\u00dfen National-Mutterloge sehr verbunden.<\/p><h3 class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">NS-Raubgut-Forschung in der Praxis<\/h3><p class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">Ausgangspunkt f\u00fcr die Suche nach m\u00f6glichem NS-Raubgut ist immer das Objekt. Provenienzmerkmale wie handschriftliche Eintragungen, Stempel oder eingeklebte Exlibris erm\u00f6glichen oftmals die Rekonstruktion der Vergangenheit eines Buches. Sobald sich ein Herkunftsmerkmal ins 20. Jahrhundert datieren l\u00e4sst, ist es f\u00fcr die NS-Provenienzforschung relevant. An die Identifizierung von Personen und Institutionen schlie\u00dfen sich Recherchen zu deren Schicksalen w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus an. Ergeben sich dabei Verdachtsmomente wie die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer unter dem NS-Regime verfolgten religi\u00f6sen, weltanschaulichen oder politischen Gruppe, kann die historische Detektivarbeit sehr umfangreich und tiefgehend sein. Wird ein Band als NS-Raubgut identifiziert, strebt die HAB eine \u201egerechte und faire L\u00f6sung\u201c im Sinne der \u201eWashingtoner Prinzipien\u201c an. Das kann die R\u00fcckgabe entzogener Objekte bedeuten, schlie\u00dft aber auch andere, individuellere L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten ein.<\/p><h3 class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">Gesellschaftliche Relevanz von NS-Raubgut-Forschung<\/h3><p class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">Die Erforschung der eigenen Best\u00e4nde geh\u00f6rt zu den Kernaufgaben von Museen, Archiven und Bibliotheken. Wenn es dabei Hinweise auf einen bislang nicht aufgearbeiteten Entzug einzelner Objekte oder ganzer Sammlungen unter der Herrschaft des NS-Regimes gibt, gewinnt dieser Auftrag an gesellschaftlicher Relevanz. B\u00fccher mit einer individuellen Geschichte von Entziehung und Raub unter der nationalsozialistischen Diktatur sind noch heute \u2013 fast acht Jahrzehnte nach der Befreiung vom Nationalsozialismus \u2013 greifbare Zeugnisse des begangenen Unrechts.<\/p><h3 class=\"mcntmcntmcntMsoNoSpacing\">NS-Raubgut unter den antiquarischen Erwerbungen der HAB<\/h3><p class=\"mcntmcntmcntMsoNormal\">Das zweij\u00e4hrige Forschungsprojekt \u201eNS-Raubgut unter den antiquarischen Erwerbungen der Herzog August Bibliothek seit 1969\u201c wurde gef\u00f6rdert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Im Zuge der Washingtoner Konferenz \u00fcber Verm\u00f6genswerte aus der Zeit des Holocaust (1998) und im Rahmen der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung der Bundesregierung, der L\u00e4nder und der kommunalen Spitzenverb\u00e4nde zur R\u00fcckgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes (1999) haben sich die Tr\u00e4ger \u00f6ffentlich finanzierter Ged\u00e4chtnisinstitutionen in besonderem Ma\u00dfe der Erforschung der Provenienzen ihrer Best\u00e4nde in der Zeit des Nationalsozialismus verschrieben. Die NS-Raubgut-Forschung an der HAB wird derzeit im Nachfolgeprojekt \u201eNS-Raubgut unter den Zug\u00e4ngen der Herzog August Bibliothek 1933\u20131969\u201c, ebenfalls gef\u00f6rdert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, fortgef\u00fchrt.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21655\" src=\"https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johann-Rudolph-Glauber-Pharmacopaeae-Spagyricae-Amsterdam-1668_Titelblatt-verkleinert-178x300.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johann-Rudolph-Glauber-Pharmacopaeae-Spagyricae-Amsterdam-1668_Titelblatt-verkleinert-178x300.jpg 178w, https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johann-Rudolph-Glauber-Pharmacopaeae-Spagyricae-Amsterdam-1668_Titelblatt-verkleinert.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/p><p><span style=\"color: #808080;\"><em>Bild 1: Titelblatt mit Stempel aus: Johann Rudolph Glauber, Pharmacopaeae Spagyricae, Amsterdam 1668 (Foto: HAB)<\/em><\/span><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21657\" src=\"https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johann-Rudolph-Glauber-Pharmacopaeae-Spagyricae-Amsterdam-1668-verkleinert-186x300.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johann-Rudolph-Glauber-Pharmacopaeae-Spagyricae-Amsterdam-1668-verkleinert-186x300.jpg 186w, https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johann-Rudolph-Glauber-Pharmacopaeae-Spagyricae-Amsterdam-1668-verkleinert.jpg 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/p><p><span style=\"color: #808080;\"><em>Bild 2: Exlibris aus: Johann Rudolph Glauber, Pharmacopaeae Spagyricae, Amsterdam 1668 (Foto: HAB)<\/em><\/span><\/p><hr \/><p>Gef\u00f6rdert durch<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21669\" src=\"https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DZK_Logo_farbe_RGB-300x98.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"98\" srcset=\"https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DZK_Logo_farbe_RGB-300x98.jpg 300w, https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DZK_Logo_farbe_RGB-768x251.jpg 768w, https:\/\/www.hab.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DZK_Logo_farbe_RGB.jpg 845w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p><\/div>\n<\/div>\n\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der retrospektiven Erg\u00e4nzung der historischen Sammlungen erwarb die HAB das St\u00fcck im Jahr 2000 in einem Antiquariat. Die Provenienz, also die Herkunfts- und Besitzgeschichte, wurde in dem Forschungsprojekt \u201eNS-Raubgut unter den antiquarischen Erwerbungen der Herzog August Bibliothek seit 1969\u201c aufgearbeitet. 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