Es gibt einige Gemeinsamkeiten von Lessing und Jorge Luis Borges: Sie waren Schriftsteller, Übersetzer und universell gebildete Bibliothekare. Namentlich mit seinen phantastischen Erzählungen hat Borges die lateinamerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts geprägt. Aus Anlass seines 125. Geburtstages wird eine Auswahl von Erzählungen, Gesprächen und autobiographischen Notizen des großen argentinischen Autors vorgestellt.

Borges wurde einem größeren Publikum durch seine phantastischen Erzählungen bekannt. Die Quellen seines Werks sind vielfältig, dazu zählen die lateinische Antike, die nordische Sagenwelt, die spanische und englische Literatur, Autoren wie Cervantes, Swedenborg, Schopenhauer oder Kafka. Seine literarischen Essays geben einen umfassenden Einblick in die Weltliteratur. Borges verfasste außer Erzählungen v. a. Gedichte und Essays, das Vorwort erhob er in den Rang einer literarischen Gattung. Zu seinen Stilmitteln zählen Täuschung und Irreführung des Lesers, die Vermischung von Realität und Fiktion.

Borges‘ Wirkung ist groß. Umberto Eco setzt ihm in »Der Name der Rose« ein literarisches Denkmal. Er zählt zu den meistzitierten Autoren des Poststrukturalismus. Borges erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Würdigungen, im Jahr 2000 wurde der Asteroid »(11510) Borges« nach dem Autor benannt.

 

Foto: Jorge Luis Borges © Grete Stern