Immer neu ein Anreiz, auch ein aufreizender Großmeister der Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts ist Pablo Picasso (1881-1973). Zuletzt war es 2023 zu seinem 50. Todestag, dass Picasso hinsichtlich seiner sehr oft sexistischen, herabsetzenden Art gegenüber Frauen auf den Prüfstand geriet. Was seine Buchkunst betrifft, dürfte kaum ein anderes Werk so im Zusammenhang passen, wie die Ausgabe von Honoré Balzacs Das unbekannte Meisterwerk, für die der Verleger Ambroise Vollard den ihm eng vertrauten Spanier gewann. Das geschah 1927, ausgerechnet in dem Jahr, da der 46-jährige Picasso eine exzessive Affaire mit der blutjungen Marie-Thérèse Walter begann. Dergestalt „prädestiniert“, nahm er sich jene Geschichte vor, in der Balzac das geradezu zeitlose Thema der bildnerischen Darstellung der Frau zu einer dramatischen Auseinandersetzung dreier Maler mit ihren Ansichten verdichtet. Was für ein Buch ist dabei entstanden? Was gibt es über Picassos Haltung preis? Warum zählt es zu den umstrittensten und gleichermaßen gefeierten Werken der Buchkunst seiner Zeit? Kann es die Betrachtung des Zusammenspiels von Buch und Kunst heute noch anregen? Diesen Fragen geht der Vortragende nach, der das Werk vor rund 30 Jahren, just in der Herzog August Bibliothek kennenlernte.
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Männer…! Und ihr Scheitern am Schönen. Picasso. Reverdy. Balzac. Frenhofer. Pourbus. Poussin. Und: Marie-Thérèse Walter
Forschungskolloquium mit Dr. Stefan Soltek (ehem. Klingspor Museum Offenbach) (hybrid)