Die neue historisch-kritische Ausgabe von Goethes Briefen hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Gesamtedition der Briefe nach heutigen editionsphilologischen Standards mit einem wissenschaftlichen Kommentar vorzulegen. Der jüngst erschienene Band 5 umfasst mit 733 Briefen an 49 Adressatinnen und Adressaten sämtliche derzeit bekannte Briefe Goethes aus den Jahren 1782 bis 1784.
Mehr als in den Jahren zuvor wurde Goethe in die administrativen, finanziellen und diplomatischen Angelegenheiten des Herzogtums Sachsen-Weimar und Eisenach einbezogen. Mehrere Reisen (u. a. in den Harz und nach Braunschweig) sowie die (Wieder-)Entdeckung des Zwischenkieferknochens beim Menschen fallen in diesen Zeitraum. Goethes amtliche Tätigkeit, seine naturwissenschaftlichen und künstlerischen Interessen spiegeln sich in den Briefen, die oft die einzigen persönlichen Dokumente aus dieser Zeit sind. Anhand ausgewählter Briefe geben die Bandherausgeber einen Einblick in Goethes Gedankenwelt und die Vielfalt seiner Beziehungen zu den Zeitgenossen.
Dr. Elke Richter ist Hauptherausgeberin der Goethe-Briefausgabe, Dr. Héctor Canal Pardo Mitarbeiter der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Bild: J.F.A. Darbes: Goethe-Porträt (1785). Klassik Stiftung Weimar / Museen
