von Volker Bauer

Wolfenbütteler Forschungen Bd. 180.
2025. 392 Seiten mit 31 s/w-Abb.
ISBN: 978-3-447-12307-5.
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Die Rengerischen Staaten (1704–1718), eine Serie von 80 Staatsbeschreibungen aus Halle (Saale), bilden ein in seinem Umfang einzigartiges staatenkundliches Kompendium. Es wird hier erstmals monographisch behandelt, und zwar als Fallstudie, welche musterhaft die epistemischen, publizistischen und politischen Probleme aufzeigt, die sich aus der Globalisierung des politischen Wissens in der frühen Neuzeit ergaben.
Hatte die Reihe zunächst nur europäische Gemeinwesen dargestellt, so griff sie später auf Asien, Afrika und Amerika aus. Daraus erwuchs eine grundlegende epistemische Spannung zwischen der behaupteten universellen Strukturähnlichkeit monarchischer Herrschaft einerseits und der wahrnehmbaren kulturellen Alterität der außereuropäischen Reiche und Länder andererseits. Die Reihe begegnete diesem Dilemma etwa mit einer Politisierung kultureller Differenzen, freilich ohne zahlreiche Inkohärenzen und blinde Flecken vermeiden zu können. Diese wurden jedoch von dem seriellen und kompilatorischen Zuschnitt dieser globalen Staatenkunde verdeckt, die einen großen kommerziellen Erfolg erlebte.