Fast möchte man aus heutiger Perspektive von einem »Normaljahr« sprechen – und vielleicht wird 2019 sogar einmal als »letztes Normaljahr« historisch werden. Zugleich aber: 2019 wurde in der HAB weitergeführt, vor allem weiterentwickelt, was auch die kommenden Jahre prägen wird: von der Konturierung des Forschungsprofils über avancierte digitale Innovationen bis hin zur konzeptionellen Neugestaltung des musealen Raums. Gleichzeitig gingen – fast schon eine Alltagsroutine – die vielfältigen baulichen Sanierungsarbeiten und -planungen weiter. Ganz zu schweigen von der gedanklichen und gestalterischen Arbeit an der komplexen Herausforderung der Errichtung eines neuen »Servicegebäudes«. Ganz zu schweigen auch von den Bemühungen um eine Verbesserung der wohnlichen Situation der Stipendiatinnen und Stipendiaten. Auch das darf aus  heutiger Perspektive mehr denn je gesagt werden: Die Fellows aus aller Welt sind das Herz der HAB.

Eine der weltweit bedeutendsten Altbestandsbibliotheken, die als Forschungsbibliothek vor allem eines ist: ein Ort offenen und engagierten wissenschaftlichen Miteinanders, ein Tor nach Niedersachsen und Deutschland, ein Tor umgekehrt aber auch in die Welt – das ist und bleibt unser Anspruch! Auch aus globaler Perspektive darf festgehalten werden: Wer geistes- und kulturwissenschaftlich zur europäischen Vormoderne forschen will, kommt an der HAB nicht vorbei. Dass wir all das tagtäglich ermöglichen (und leben) können, haben wir vielfältiger Hilfe zu verdanken. Ich möchte an dieser Stelle nur auf unsere Freundesgesellschaften in Deutschland und in den Vereinigten Staaten hinweisen, auf unser Kuratorium und die Beiräte, vor allem aber auch auf unser Ministerium. Ihnen allen sei ganz herzlich gedankt.

Zu danken ist darüber hinaus aber auch jenen, die am Jahresbericht 2019 mitgewirkt haben – und zugleich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HAB. Um noch einmal die heutige Perspektive einzunehmen: Wie sehr wir auf die Kompetenz und auf das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen können, haben nicht zuletzt die Entwicklungen der vergangenen Monate gezeigt.

Peter Burschel, im September 2020