Wie andere Geistes- und Sozialwissenschaften hat auch die Kunstgeschichte seit Längerem einen globalen Turn erlebt, der künstlerische Austauschbeziehungen über weite Distanzen und Kontinente in den Fokus rückt. Dieser Vortrag widmet sich künstlerischen Dynamiken zwischen Afrika, der islamischen Welt und Europa, der Rolle von Artefakten und Materialien sowie den Biographien von Objekten in solchen Kontexten vom späten Mittelalter bis heute und fragt nach den Möglichkeiten einer nicht-eurozentristischen Kunstgeschichte. Der Beitrag stellt künstlerische Verflechtungen sowie Verschränkungen von Konnektivität und Widerstand ins Zentrum der Analyse, mit Fallstudien von Metallartefakten bis hin zur Rolle von Büchern und Bibliotheken, dem Thema nicht nur physischer, sondern auch epistemischer Gewalt und den Möglichkeiten, die Perspektiven aus der zeitgenössischen Kunst und Allianzen zwischen akademischer und künstlerischer Forschung bieten können.


Bildbeschreibung: Yinka Shonibare, The British Library, 2014).