Die Herzog August Bibliothek hat 2019 eine Handschrift aus dem Nürnberger Raum erworben, die in die Zeit um 1470 zu datieren ist und mehrere geistliche Texte in deutscher Sprache enthält. Unter anderem überliefert sie einen bislang wenig erschlossenen mystischen Traktat aus dem 14. Jahrhundert.
In dem Traktat geht es darum, dass eine ,Jungfrau‘ (die für die menschliche Seele steht) sich in vier Schritten (,Wachen‘) auf den mystischen Schlaf, d.h. die Vereinigung mit Gott, vorbereitet habe. Der Text ist noch in anderen Handschriften überliefert, die im Wortlaut teils erhebliche Abweichungen zur Wolfenbütteler Handschrift zeigen. So ist es in anderen Versionen zum Beispiel ,die Seele‘ oder ,der Mensch‘, die bzw. der die vier Wachen absolviert.
Was lässt sich aus solchen Unterschieden schließen? Das ist der Gegenstand des Forschungsgesprächs. Dazu wird die Überlieferung des Traktats mit seinen Varianten vorgestellt und – angesichts eines laufenden Forschungsprojekts – erörtert, wie sich die Unterschiede in einer digitalen Textpräsentation greifbar machen lassen.

Zudem besteht vor dem Vortrag für alle interessierten Teilnehmer:innen die Möglichkeit, zusammen mit der Referentin einige originale Stücke im Lesesaal der Augusta zu sichten. Treffpunkt ist um 16.00 Uhr am Haupteingang der Augusta.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Info zum Link über Ansprechpartnerin.
Der Eintritt ist frei.


Bildbeschreibung: Cod. Guelf. 151 Noviss. 4°, fol. 203v