Kosmos, Körper, Kanon – Epistemische Autorität zwischen Zergliederung und Neuordnung (c. 1500-1700)

Wer oder was bestimmte, was wahr ist? Welches Wissen wurde als glaubwürdig wahrgenommen und weshalb? Das Dissertationsprojekt untersucht Bedeutung und Transformation von epistemischer Autorität zur Zeit der Wissenschaftlichen Revolution (c. 1500-1700). Autoritätsbezüge galten seit jeher als Garant für verlässliches Wissen und dienten der Legitimation von Gelehrten und Wissensbeständen. Obwohl der Übergang zu empirischen und vermeintlich objektiven Methoden heute als konstitutives Merkmal der Wissenschaftlichen Revolution gilt, war er zu Beginn dieser keineswegs dominant: vielmehr blieben zahlreiche neue Ansätze weiterhin an antike Autoritäten gebunden.
Unter Rückgriff auf epistemiologische Theorien, wird erstmal ein historischer Analyserahmen zur Untersuchung epistemischer Autorität entwickelt, der als zukünftig nutzbares Modell für weitere historische Studien zu diesem Bereich dienen soll. Das Projekt analysiert Funktionen, Konstruktion und Auswirkungen (Bedeutung) epistemischer Autorität sowie deren Neuordnung (Transformation) in den Wissensfeldern Astronomie und Anatomie. Ziel des Dissertationsprojekts ist eine interdisziplinäre wissenschaftshistorische Fallstudie, die neue Perspektiven auf Produktion, Kommunikation und Geltung bzw. Durchsetzung von Wissen sowie die (Nicht-)Anerkennung ihrer Produzenten eröffnet.

Bergische Universität Wuppertal, Betreuer: Prof. Dr. Volker Remmert
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