CLARIAH-DE ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt (2019–2021), in dessen Rahmen die zwei etablierten Forschungsinfrastrukturverbünde für die Geistes- und Kulturwissenschaften CLARIN-D und DARIAH-DE zusammengeführt werden, um eine Interoperabilität zwischen deren ursprünglich getrennt voneinander entwickelten Angeboten zu ermöglichen. Die Etablierung einheitlicher Standards und Workflows zur Erstellung, Aufbereitung, Archivierung und (Nach)Nutzung von Daten, soll Forschenden auch die Anwendung komplexer digitaler Werkzeuge erleichtern. Das Projekt leistet damit einen aktiven Beitrag zur Entwicklung der Nationalen Forschungsinfrastruktur (NFDI).

In der ersten Förderphase, die im März 2021 zu Ende gegangen ist, war die HAB im Arbeitspaket (AP) „Forschungsdaten, Standards und Verfahren” an der Zusammenführung textlicher Ressourcen in den bestehenden Repositorien der Verbünde – des Deutschen Textarchivs (DTA) sowie des TextGrid Repositories (TextGridRep) – beteiligt. Ein Schwerpunkt bildete die Evaluation des Basisformats des Deutschen Textarchivs (DTABf) als potenziellem Austausch- oder Zielformat für digitale Editionen. Neben Handreichungen und Kodierungsempfehlungen für die Neuanlage von Editionen bzw. deren Konversion zum DTABf, wurde auf Basis der Evaluation sowie anhand einschlägiger Grundlagenliteratur u.a. auch ein Kriterienkatalog zur institutionenübergreifenden Erfassung und Kategorisierung digitaler Editionen entwickelt (sog. Editionsmatrix EdMa). Die Ergebnisse der Arbeiten sind auf der CLARIAH-DE Webseite (u.a. unter Publikationen) einsehbar.

In der halbjährigen Verlängerungsphase (April bis September 2021) bearbeitet die HAB gemeinsam mit der SUB Göttingen, dem IDS Mannheim, dem Lehrstuhl für Medieninformatik der Universität Bamberg und der Universität Tübingen das AP „Interoperabilität von Daten und Metadaten“. Die Harmonisierung unterschiedlicher Datenbestände sowie die Entwicklung und Anpassung von Werkzeugen, die das Auffinden und Nachnutzen von Forschungsdaten ermöglichen, steht auch im Zentrum dieser Phase. Der Fokus verschiebt sich allerdings von originär textuellen hin zu multimodalen Daten (u.a. Oral History, Interviews, Podcasts, Tutorials, Audio-Editionen etc.). Im Rahmen einer Bestandsaufnahme bzw. Bedarfsanalyse wird in diesem Kontext unter anderem zu klären sein, in welchen Formaten multimodale Daten vorliegen, welche Metadaten bereitgestellt werden, welche disziplinspezifischen Standards, Werkzeuge und Verfahren Anwendung finden, und welche Bedarfe in den jeweiligen Communities zur Nutzung der Daten bestehen.

PURL: http://diglib.hab.de/?link=104

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Laufzeit: März 2019 – März 2021, März – September 2021
Projektbeteiligte: Dr. Hartmut Beyer (Kontakt), Daniela Schulz (Bearbeiterin)