Es wurde ein Internet-Portal aufgebaut, in dem die einzelnen Werke (15.–18. Jahrhundert) als digitale Kopien zur Verfügung gestellt und vertiefend inhaltlich erschlossen werden. Dazu wurde im Laufe der Erschließungsarbeiten ein Thesaurus alchemischer Begriffe erarbeitet: Dieser Thesaurus unterstützt die Recherche innerhalb des Wolfenbütteler Alchemica-Bestandes und die inhaltliche Navigation in den Werken ermöglicht es zudem, die Werke geistes-, wissenschafts- und kulturgeschichtlich einzuordnen.

Mit diesem Projekt will die Herzog August Bibliothek einen Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Alchemie leisten, die in ihrer begrifflichen und ikonologischen Bedeutung seit langem ein Thema der kulturgeschichtlichen Forschung ist. Die historische Alchemie steht heute als innovativ-spekulativer Ansatz der frühneuzeitlichen Naturerkenntnis im Fokus einer wissenschafts- und wissensgeschichtlichen Forschung, die sich den historischen Zusammenhängen der Naturkunde und der Geistesgeschichte sowie der Analyse der jeweiligen Arbeitspraktiken und personellen Netzwerke widmet.

Die umfangreichen Altbestände der Herzog August Bibliothek werden im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke 1601-1700 kontinuierlich erweitert. In den vergangenen Jahren wurden rund 250 Alchemica antiquarisch erworben, worin sich auch die besondere Bedeutung des deutschen Buchmarktes des 17. Jahrhunderts für die Verbreitung und Rezeption alchemischen Wissens dokumentiert. Die Bestände werden vorerst mit einer sachlichen Notation erschlossen, die eine systematische Suche im Online-Katalog der Bibliothek ermöglicht.

Hier geht es zum Webportal zu den Alchemie-Beständen der HAB.

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: Juni 2014 – Januar 2017 (weiter in Bearbeitung)
Projektbeteiligte: Dr. Petra Feuerstein-Herz (Kontakt), PD Dr. Ute Frietsch (Bearbeiterin)