08.08.2023

Ein Hamburger Arzt macht sich auf die Suche nach türkischen Kampfdrogen; der Philosoph Leibniz sucht nach frühesten chinesischen Schriftzeichen; Spanier im peruanischen Potosí müssen sehen, wie in den Minen der Teufel angebetet wird; ein Abenteurer übergibt dem marokkanischen Botschafter ein geheimes Manuskript und ein Vaterunser-Sammler verzweifelt an den Vokabeln der afrikanischen Khoikhoi. Was zeichnet diese vormodernen Pioniere der Globalisierung des 17. und 18. Jahrhunderts aus? Wie gelingt oder misslingt ihnen die Bezugnahme auf die fremden und fernen Gegenstände, mit denen sie sich beschäftigen? Wie sind die Ideen, die bei ihnen anlanden, durch Raum und Zeit gereist?

In seinem neuen Buch deutet Martin Mulsow die Frühe Neuzeit als eine Zeit der Überreichweiten, als eine Epoche, in der Quellen und Nachrichten aus nah und fern sich überlagerten, ohne dass man mit dieser Verdoppelung zurechtkam oder sie manchmal auch nur bemerkte. Es war ein Zeitalter der riskanten Referenz, das Mulsow mitreißend und gelehrt vor unseren Augen entstehen lässt.

Nach der Lesung gibt es Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Autor und einem gemeinsamen Glas Wein. Das Buch kann bei dieser Gelegenheit natürlich auch erworben werden – die Wolfenbütteler Buchhandlung Bücher Behr wird mit einem Büchertisch vor Ort sein.

Prof. Dr. Martin Mulsow studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in Tübingen, Berlin und München. Er ist Professor für Wissenskulturen der Neuzeit an der Universität Erfurt und Direktor des Forschungszentrums Gotha. Für seine Arbeit wurde er mit dem Anna-Krüger-Preis und dem Thüringer Forschungspreis ausgezeichnet.

 

Eintritt: 7 €

Einlass: 18:30 Uhr, Beginn: 19 Uhr

Veranstaltungsort: Gartensaal im Lessinghaus, Lessingplatz 2, 38300 Wolfenbüttel

Reservierungen nehmen wir per E-Mail an ed.ba1708970914h@grp1708970914rutlu1708970914k1708970914 sowie telefonisch unter 05331/808-203 entgegen.