Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen besitzt 426 abendländische mittelalterliche Handschriften, die ein breites thematisches Spektrum von Themengebieten abdecken – philologische, theologische sowie geschichts- und rechtswissenschaftliche Titel gehören ebenso dazu wie naturwissenschaftliche Werke. Diese Handschriften wurden seit der Gründung der Bibliothek im Jahr 1734 sukzessive erworben, um den Bestand der Universalbibliothek zu ergänzen.

Die systematische Anordnung dieser mittelalterlichen Quellen wurde zwar im Meyerschen Katalog in Kurzkatalogisaten erfasst, für die mediävistisch arbeitenden Disziplinen wurden jedoch die bis zum Jahr 1894 erworbenen mittelalterlichen Handschriften nur unzureichend erschlossen.

Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projekts „Katalogisierung der abendländischen mittelalterlichen Handschriften der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen“ ist es deshalb, die Erschließung und Beschreibung von 78 lateinischen und 74 volkssprachlichen mittelalterlichen Handschriften aus dem genannten Bestand durchzuführen, und gemäß der Bedürfnisse der wissenschaftlichen Community die wichtige und bisher noch nicht tiefenerschlossene Handschriftensammlung der SUB Göttingen nach DFG-Richtlinien zu katalogisieren und frei zugänglich online zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Erschließung der Handschriften werden die bisher fehlenden kodikologischen Informationen (Wasserzeichen, Einbandstempel, Lagenprotokoll usw.) ergänzt, die Beschreibung des Buchschmucks präzisiert und Provenienzhinweise belegt.

Der Gesamtprozess der Handschriftenerschließung wird kooperativ an der SUB Göttingen und am Handschriftenzentrum der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB Wolfenbüttel) durchgeführt. Dabei werden die einzelnen Arbeitsschritte von der Kodexanalyse bis zur Darbietung der Arbeitsergebnisse über Internet und Katalogdruck mit einem XML-geschützten Verfahren bearbeitet und die Handschriften im internationalen Standardformat TEI P5 katalogisiert. Die Ergebnisse stehen künftig elektronisch über die Handschriftendatenbank der HAB Wolfenbüttel den Forscherinnen und Forschern zur Verfügung. Sie werden zudem über das Handschriftenportal publiziert.

Die erste Projektphase (2017-2020) war den volkssprachigen Handschriften gewidmet. In der laufenden Phase (2021-2024) sind 78 meist lateinische Handschriften Gegenstand der Erschließung.

In Kooperation mit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

PURL: http://diglib.hab.de/?link=178

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: bis Mai 2024
Projektbeteiligte: Lukas  Wolfinger (ed.ne1708502690gnitt1708502690eog-i1708502690nu.bu1708502690s@reg1708502690niflo1708502690w1708502690)


Titelbild: Göttingen, SUB, 2° Cod. Ms. theol. 119, fol. 40v.