Wie stelle ich Seife her? Wie färbe ich Textilien? Welche Ingredienzien benötige ich für ein wirkungsvolles Medikament?  Wie findet man Bodenschätze und fördert sie zu Tage? Wie gelingt ein ebenso schmackhaftes wie bekömmliches Essen? Praktische Informationen dieser Qualität sind bereits im frühen Buchdruck fixiert worden. Ratgeberliteratur versetzte interessierte Laien in die Lage, sich weitgehend unabhängig von institutionellen Konstellationen und mündlichen Lehrsituationen Informationen aus allen möglichen Bereichen des Wissens zu beschaffen.

Die seit Ende des 15. Jahrhunderts belegte Existenz von gedruckten Gebrauchsanweisungen bzw. Ratgeberabhandlungen zeigt, dass der Umgang mit neuen Substanzen und Geräten ein Medium erforderte, das dazu befähigen sollte, einen technischen Ablauf nachzuvollziehen und diesen in eigene Handlungen zu überführen. Die Frage ist aufgeworfen, ob diese Quellengattung in Ausstattung und Gestaltung durch bestimmte Muster geprägt ist. Der Workshop hat sich vorgenommen, die Quellengattung des Ratgebertraktates typologisch zu verorten. Vier Sektionen setzen folgende Akzente: (a) Der Gebrauch von Büchern und seine Spuren; (b) Visuelle Gestaltung und Intermedialität; (c) Handschrift – Druck – Digitalisat; (d) Praxeologische Konsequenzen.

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Veranstaltung im Rahmen dieser Tagung: Bibliotheksführung, Dienstag, 28.09.2021, 11.45 Uhr

 

Foto: Philipp Ulsted: Coelum Philosophorum, Straßburg [ca. 1530], Titelblatt. HAB: 160.2 Quod. 2° (2)